DG7YBN / Antennentemperatur & TANT
  Letztes Update April 13th 2013




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Antennentemperatur und G/T System
Wofür steht der Begriff "Low Noise Yagi"?
Von internen Verlusten erzeugtes Rauschen

TANT Programm

Welche Temperaturen für welches Band
Korrigierte T-sky und T-earth
Y-Factor per Antennentemperatur

TANT Download
TANT und 64 Bit Betriebssysteme?
TANT im DOSBOX Emulator laufen lassen



Grundlagen der Antennentemperatur




   

Der Focus bei der Erstellung des Konzepts der Antennentemperatur ist die Kommunikation zwischen auf der Erde und in Weltraum befindlichen Stationen. Es ist ein theoretisches Konzept, dass sich eines Umgebungsmodels bedient. Die Testantenne (AUT: Engl. Antenna Under Test) wird dabei von einer unteren Hemisphäre (T-earth) und einer oberen (T-sky) eingefasst. Der Y-Faktor = T_hot / T_cold zeigt, dass die T-ant für eine Optimierung von Antennen ab etwa 70 MHz nützlich wird.

In Software zur Antennensimulation wie 4nec2 oder EZNEC können wir die Schrittweite der Berechnung des Strahlungsdiagramms in Grad angeben. Der hier in der Himmelssphäre hervorgehobene Teil ist einer der aus der engestellten Schrittweite resultierenden Flächen. Das Beispiel zeigt nur eine der Flächen direkt in Hauptstrahlrichtung. Tatsächlich sind beide Hemisphären vollständig mit diesen Flächenstückchen bekleidet. Jedes von ihnen "scheint" auf das Strahlungsdiagramm der AUT mit einer bestimmten Strahlungstemperatur (der englische Begriff "Brightness Temperature" bringt es hier besser auf den Punkt). Abhängig von der Hemisphäre, zu der das Flächenstückchen gehört, ist dies entweder T-earth oder T-sky. Das Strahlunsgdiagramm der AUT hält den Gewinn der mit dem jeweiligen Flächenstückchen korrespondiert, angefangen bei 0 dB in Strahlungsrichtung und zum Beispiel -24 dB für einen Nebenzipfel. Schliesslich wird die Aufnahme von Rauschleistung pro Flächenstück aufsummiert, über die volle Sphäre gemittelt und in Kelvin angegeben. Das dann ist die Antennentemperatur der AUT.

Was man als Gittermuster auf dem 3D Strahlungsdiagramm sieht, sind gerade die besagten Flächenstückchen beider Hemisphären - projiziert auf das Volumen des Strahlungsdiagramms.

Bei einem Elevationswinkel von Null ergibt sich in jedem Fall, gleich welches Modell genommen wird, für T-ant = (T-sky + T-earth)/2. Ganz gleich, welches der unteren Hemisphäre zugehöriges Flächenstückchen betrachtet wird, es es findet ein Gegenüber auf der oberen Hemisphäre mit genau gleich hohem Gewinn in dessen Richtung. Trotzdem können wir eine Menge von der bei Elevation gewonnenen T-ant im Hinblick auf deren Vermögen Rauschquellen abzublocken oder wie ruhig diese AUT bei terrestrischem Gebrauch sein wird. Denn um eine niedrige T-ant zu erreichen brauchen wir sehr kleine Seiten- und Rückzipfel, ebenso wie wenn wir auf leise Signale horchen und Rauschquellen von seitwärts oder hinten im Begriff sind, unser leises DX-Signal zu überdecken.

    Niedrige Antennentemperatur falsch verstanden - Eine fiktive Rückmeldung zu einem "Low Temperature Yagi" Test

"Während des März RCC Fieldday konnten wir bestätigen, daß Dein neues Low Temperature Yagi Design viel ruhiger ist, als die konventionelle Yagi die wir als Referenz aufgebaut hatten. Nicht nur das, ... zu unserem eigenen Erstaunen wurde die Low Temperature Yagi in den frühen Morgenstunden vor der anderen von Rauhreif bedeckt und blieb das auch etwa 20 Minuten länger, als die Sonne endlich herauskam."

Antennentemperatur hat NICHTS mit der physikalische Temperatur der Antennenteile in Grad Celsius oder Fahrenheit zu tun.

Antennentemperatur ist ein Äquivalent zu der Rauschleistung pro Bandweite, die ein gedachter Widerstand am Eingang eines rauschfreien Empfängers leisten muss, um den gleichen Rauschpegel zu erzeugen wie diese Antenne aufgrund ihrer Strahlungscharakteristik aus der Umgebung einfängt. Lediglich die internen Verluste, soweit sie auf ohmsche Verluste in den Drähten oder Elementen zurückzuführen sind, sind temperaturabhängig. Aber diese sind bei beispielsweise dr Zunahme der physikalischen Temperatur um 20 K oder Grad Celsisus so gering, daß selbst anspruchsvollen Anwendungen ohne diese Betrachtung auskommen. Ein wesentlich besserer Weg ist es, gleich ein gut leitendes Material von ausreichender Dicke zu verwenden (siehe unten).

Einer sehr umfassende Publikation zum Thema Verständnis der Antennentemperatur in ihrem vollen physikalischen Kontext bin ich im Internet begegnet. Sie ist verfasst von Dr. Natalia K. Nikolova, McMaster University, Hamilton, Canada. Es ist das Skript ihrer Vorlesung "Modern Antennas in Wireless Telecommunications" aus 2012 http://www.ece.mcmaster.ca/faculty/nikolova/antenna_dload/current_lectures/L07_Noise.pdf








Antennentemperatur und G/T System

G/T_System ist ein Maß äquivalent zum Signal/Rauschverhältnis am Lautsprecher unseres Empfängers. Die Antenne ist das erste Glied unserer Empfangskette. Gefolgt von Verlusten im Koaxkabel und Koaxrelais für die Sende/Empfangsumschaltung und so weiter bis hinunter zur NF-Stufe. In Konsequenz kann der "Low Noise" Vorverstärker (LNA) nur einige Kelvin Rauschen zu dem zufügen, was die Antenne liefert.

Ich möchte hervorheben, dass die Antenne die wahre erste Verstärkerstufe der RX-Kette ist wenn wir ihre Direktivität als Gewinn nehmen und mit der Verstärkung des LNA gleichsetzen. Genauso können wir die Antennentemperatur betrachten und sie in Bezug dem, was die Rauschzahl des RX nach unten hin limitiert setzen, der dominierenden ersten Stufe - der Rauschtemperatur des LNA. Im Dubus Artikel über seinen LNA mit PHEMT, der noch von DJ9BV selbst editiert wurde, formuliert Peter Hoefsloot, PA3BIY diesen Sachverhalt im englischsprachigen Teil sehr klar:

    Hoefsloot, P., PA3BIY, A Very High Dynamic Range LNA for 144 MHz, Dubus 1/2002

    "Ein Vorverstärker wird niemals das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) verbessern!
    Das SNR an der Antennenbuchse ist das Beste, das wir jemals bekommen. Jedes vom 
    Verstärker zugefügte Rauschen wird das SNR verschlechtern, so dass wir diesen
    Rauschanteil minimieren wollen. Das Rauschenaus der Umgebung […] setzt dem SNR ein
    Limit und kann in dB über dem thermischen Rauschen T0 (T0 = 290 K) angegeben
    werden."

... wenn wir diese Aussage ausserhalb des geeigneten Kontext [Aufnahme von Rauschen durch die Antenne und Vorverstärker am Mast] anwenden, wird sie nicht immer befriedigend sein. Ein Vorverstärker verbessert das S/N in gleich welcher Komponente zwischen Antenne und Eingangsstufe des Empfängers nicht. Da sich sein Rauschmaß zum Grundrauschen addiert. Das wir das gesamte Spektrum, welches in den rauschenden Mischern und weiteren Stufen bis zum Audioverstärker weiterverarbeitet wird, verstärken müssen um die unabdingbare Verschlechterung des S/N durch diese Stufen abzumildern ist klar. Also hilft ein guter Vorverstärker so gut es eben geht, das zu kompensieren, was wir in den Folgestufen verlieren. Dadurch hilft er das beste S/N zu erhalten, was vom Antennenanschluss abgegriffen wird ... aber sein Eigenrauschen überlagert sich in jedem Fall mit dem gerade aufgesammelten Signal-Rauschabstand. Die Interaktion zwischen Vorverstärker und die durch die Antennentemperatur gesetzten Grenzen für das S/N sind das, an was uns PA3BIY hier erinnert. Nicht mehr, nicht weniger.







Wofür steht der Begriff "Low Noise Yagi"?

1. Brightness (Strahlungs-)Temperatur: Alles emittiert Radiowellen in Relation zu seiner Temperatur; jeder Körper, Sterne, Galaxien, Sternbilder, die Erdoberfläche ... . Die meisten Emissionen sind von recht breitbandiger Natur und unspezifischer Orientierung / Polarisation. Um die Intensität von deren Emissionen zu quantifizieren benutzen wir den Begriff Strahlungstemperatur (engl.: Brightness Temperature). Je höher die Strahlungstemperatur, desto "heller" emittiert der Körper.
Und dann fügen "Man made Noise" und QRN noch ihren Teil dazu, siehe unten -> Echte Empfangsituation

2. Das "Front-End" unseres Empfängers sieht, was die Antenne aufnimmt: Jeder Vorverstärker und jede Mischstufe addieren ihr eigenes Rauschen. Also ist es an der direktiven Antenne, das gewünschte Signal in Richtung x aus dem Rauschen aus allen Richtungen herauszuarbeiten. Die Antenne wird diese Aufgabe umso besser bewältigen, je höher ihr Gewinn ist. Aber der (Vorwärts-)Gewinn beschreibt nur die Hauptstrahlungskeule und so lediglich die Verstärkung des gewünschten Signals. "Noise", in seiner Größe beschrieben als Rauschtemperatur dagegen kommt aus allen möglichen Richtungen. Da ist das Rauschen der Milchstraße, Sonnenrauschen, von verschiedenen Sternbildern, von defekten oder feuchten Isolatoren von Hochsspannungsleitungen, der Plasmafernseher unseres Nachbarn oder die Waschmaschine oder "Birdies" (Pfeifstellen von außerhalb) oder Frequenzen, die dem Kabelfernsehnetzwerk entweichen oder der nahe bei wohnende Radio Amateur, der gerade nur 4 kHz unterhalb von da wo wir gerade eine schwache DX-Station arbeiten wollen CQ ruft.
Die driektive Antenne wird es besser machen, wenn sie einen hohen Richtfaktor besitzt. Was bedeutet, dass hoher Gewinn hauptsächlich in Signalrichtung vorliegt. Besser reduzierte Nebenzipfel führen zu einen höheren Richtfaktor.

3. Echte Empfangsituation: Jetzt haben wir sogar im vereinfachten klassischen Modell mit Antennentemperatur gewonnen aus Tsky und Tearth auf 144 MHz einen Rauschpegel von 250 K, der aus der Himmelssphäre herunter "scheint" plus 1000 K, die unseren Empfang von der "heißen" Erde aus beeinträtigen. Das sind gemittelte Werte um eine gleiche und standardisierte künstliche Testumgebung zur Berechnung von vergleichbaren Werten der Antennentemperatur verschiedener Antennendesigns zu schaffen.
Im wahren Leben übersteigt Tearth oft leicht diese 1000 K = 6,5 dB. Meistens ist dieser Rauschpegel auch noch weit davon entfernt, gleichmäß auf 360 Grad Sichthorizont verteilt zu sein. Ich bemerke Spitzenwerte von bis zu 3200 K = 10,8 dB an meinem innerstädtischen QTH beim Überstreichen der vollen 360 Grad Antennendrehung. In Contesten stehen wir immer wieder Situationen gegenüber, wo wir unter etlichen dB Splatter leiden. Wenn diese am S-Meter 2 S-Stufen oder 12 dB produzieren, dann sind das 4306 K, die für das S/N Verhältnis zum Störpegel dazu addiert werden müssen. Aber diese kommmen nur über kleine Winkel des Azimuth Diagramms zu uns.

Zusammenfassung: Die sogenannten "Low Noise" oder "Low Temperature" Yagis zielen darauf ab, mit besten Richtfaktor und niedrigem intern generiertem Rauschen aufzuwarten. Das bedeutet, alle anderen als die Hauptstrahlrichtung bestmöglich abzuschirmen und so den niedrigsten möglichen Rauschflur zu realisieren. Was die ungewollen S 2 Splatter von der Seite oder Rückseite weit besser unterdrückt als die konventionelle Yagi es kann. Wenn wir in Richtung des irritierenden Signals 10 dB bessere Abschwächung erreichen, ersparen wir uns 2600 K an Rauschen, das ansonsten das S/N unseres DX-Signals verschlechtert hätte. Die Low-Noise Yagi nimmt potentiell weniger Noise auf; sie bringt weniger Rauschtemperatur an den Antennenanschluss und kann deshalb als "Low Temperature" Antenne bezeichnet werden. Jedenfalls in Relation zu nach herkömmlichen Prinzipien designten Yagis








Von internen Verlusten erzeugtes Rauschen

1. "Echte" Umgebung:  Jede Erhöhung der "echten", also physikalischen Temperatur führt zu einer Erhöhung der Strahlungstemperatur. Der niedrigste Wert für Kelvin liegt bei 0 K = -273 C. Für ein 50 Ohm System stellt ein Widerstand von 50 Ohm bei 17 Grad Celsius eine Rauschquelle von 290 K dar; oder 300 K bei 27 Grad Celsius.

2. Nyquist Rauschleistung:  Wenn wir den Widerstand von oben an den Eingang des RX anschließ können wir diesen Rauschen produzieren "höhren". Um so mehr, je heißer der Widerstand wird. Und das nicht aufgrund von emittierten Radiowellen, sondern von Nyquist Rauschen Dessen Rauschleistung beträgt P = kB * T * B; kB = Boltzmannkonstante, T = Temp. des Gegenstands in Kelvin, B = Bandbreite das RX.

Wie auch immer, das Spektrum der emittierten Radiowellen ist sehr breitbandig, so daß die Formel von Nyquist zu "Spektraler Leistung" = kB * T reduziert werden kann. In Relation zur Antennentemperatur kann dieses Rauschen für die Verluste in den Elementen oder Drähten stehen. Der volle Betrag der Verluste innerhalb der Antenne entsteht durch die Interaktion der Verluste in den Elementen und dem Stromprofil auf diesen Elementen. Es reicht nicht aus, sich der ohmschen Verluste in der Querschnittsfläche des geplanten Aluminium, Kupfer oder Stahl als Material hinsichtlich des Leitwertes anzunehmen. Dieser interen Noise Level richtet sich danach, wieviele Meter davon bei welchem Querschnitt im Design benutzt werden und wieviel Strom insgesamt hindurchläuft.

EZNEC und 4nec2 liefern all diese Werte, verpackt in der Fernfeldtablle (Far Field Table). TANT liest diese aus der FF-Tab Datei und berechnet daraus die Temperatur des reinen Strahlungsdiagramms (T_pattern), die Verlusttemperatur (T_loss) und die Gesamttemperatur (T_total).

Typische Werte für T_loss im VHF/UHF-Bereich liegen bei 3 ... 12 K für Elemenet aus Aluminium, aber bis zu 30 K für dünne Elemente aus Edelstahl. Aber nochmal: Das Design selbst hat einen großen Einfluss auf das interne Rauschen - ein DL6WU Design, sorgfältig darauf ausgelegt, jedes weitere Element genau richtig in Phase der wandernden Welle zu plazieren führt zu lediglich den halben internen Verlusten wie die meisten anderen Designs - bei gleichem verwandtem Material.

3. Wie groß ist der Einfluss von internem Rauschen auf das Gesamtrauschen beziehungsweise die Temperatur der Yagi? Für eine durchschnittliche 144 MHz EME-Gruppe von 4 x 10 Elementen finden wir ein Verhältnis von über die Strahlungscharakteristik aus der umgebenden Rauschquellen aufgesammelten 250 K gegen ca. 8 K internes Rauschen. Auf 432 MHz haben wir ein anderes Scenario. Aufgrund der viel niedrigeren "äußeren" Rauschenpegels finden wir für eine 4 x 17 Ele. Gruppe etwa 30 K gegen etwa 5...8 K internes Rauschen. Zusammengefasst - auf 50 MHz sind interne Verluste auf den Elementen von minimaler Bedeutung, auf 144 MHz lohnt es sich wachsam zu sein, auf 432 MHz stellen diese eine ernst zu nehmende Größe dar.

4. T_total:  Intern generiertes Rauschen und Aufnahme von Rauschen aus der Umgebung werden zur gesamten Antennentemperatur (T_total) zusammengefasst.
TANT berechnet Werte für T_pattern, T_loss und addiert diese zu T_total:

                       



5. Wieviel addiert internes Rauschen zum insgeamten Rauschen an Anschluss der Antennen in dB?

Eine Beispielrechnung mit der oben angegeben Formel


                              T_pattern   T_loss     L      T_total     Zusätzliches Rauschen
                                                                       durch interne Verluste
Gute Elemente aus Aluminium
144 MHz 4 x 16 Ele. Gruppe:     220 K       6 K    1.021    221.42 K    =>  1.42 K or 0.02 dB
432 MHz 4 x 19 Ele. Gruppe:      29 K       5 K    1.017     33.42 K    =>  4.42 K or 0.07 dB

Doppelte Verluste aufgrund schlechter Oberfläche
432 MHz 4 x 19 Ele. Gruppe:      29 K      10 K    1.034     37.70 K    =>  8.70 K or 0.13 dB

Dünne Elemente aus Edelstahl (geschätzt)
432 MHz 4 x 19 Ele. Gruppe:      29 K      20 K    1.069     45.84 K    => 16.84 K or 0.25 dB

(Diese Tabelle schließt den Abfall des Gewinn durch die interenen Verluste noch nicht mit ein.)


Man beachte, dass dieses Rauschen ausschließlich durch Design und Konstruktionsmaterial festgelegt, also "man made", ist. Jedes zu den Elementen gefügte, verlustreiche Material, wie Federsprengringe (Starlock Washers), Endkappen aus verlustreichem Plastik, sehr breite Isolatoren bzw. Elementhalter aus billigem Material, dicker Überzug mit über die Jahre gewachsenen Oxidschichten (Skin Effect)... hebt diese Verluste weiter an.

Die aufgezeigten Verluste addieren sich zur Gesamtrauschzahl unseres RX-Systems, genau so wie die "Kennzahl" des Rauschmaß unseres LNA. Wir tun viel, um das Rauschmaß des Vorverstäkers von sagen wir 0,5 dB auf 0,38 dB zu drücken. Aber was ist mit dem Rauschpegel, den wir am Antennenanschuß abnehmen?








TANT - ein DOS Programm zur Berechnung von Antennentemperatur und G/T

TANT wurde auf Anregung von YU7EF unter Mitarbeit von YU1CF + YT1NP von VT1NT progammiert.
TDas Programm liest den Gewinn einer Antenne je Winkelsektor aus einer vom Format her spezifizierten .txt Datei ein und verarbeitet diese Daten.

Sowohl EZNEC 5+ als auch 4nec2 (ab v.5.8.9)* bieten die Möglichkeit des Export einer solchen Fernfeldtabelle (engl.: Far Field Table), kurz "FF Tab".
(*) s. "4nec2 goes TANT", Dubus 3/2012

TANT Screenshot - Startbild


TANT Screenshot - Berechnung ausgeführt


TANT berechnet nicht nur Antennentemperatur und G/T. In der Kopfzeile findet man noch den "Average Gain" des untersuchten Modells und den errechneten Gewinn in Richtung Null Grad auf der x-Achse, beide als dimesionslosen Wert und in dB. Weiter die interne Verluste der Antenne ausgedruckt als Verlusttemperatur (engl.: Loss Temperature). Die Ausgabezeilen zeigen Werte für eine Elevation von 0 bis 90 Grad, wobei die 30 Grad Line in Rot hervor gehoben ist. Das ist der Wert, der allgemein benutzt wird um die Fähigkeitem verschiedener Antennen zu vergleichen. Er repräsentiert einen für EME typischen Elevationswinkel.

Beispiel einer FF Tab Datei


Man beachte die Reihen per Winkel und per Scheibe Elevationswinkel. Um die Tabelle in Übereinstimmung mit TANT zu haben muss der Dezimalseparator ein "." und kein "," sein. TANT besitzt kein Abfangen beim Einlesen von nicht zum Variablentyp passenden Werten aus der FFTab.-Datei. Wird die FFTab.-Datei aus EZNEC unter deutschen Einstellungen des Betriebssystems erstellt, wird hier das Komma als Dezimalseparator angewandt - was TANT mit einem sofortigen Absturz quittiert. Die FFtab.-Datei kann mit z.B. mit der Suchen-und-Ersetzen Funktion von Open Office Writer daraufhin bereinigt werden.
Die Winkelkonvention des Simulationsprogramms 4nec2 bzw. EZNEC muss auf CCW (engl.: Counter Clock wise) gestellt, die Bezugswinkel des Strahlungsdiagramms Theta und Phi sein. Weiter muss die Winkelauflösung wenigstens 3 Grad betragen. Das Modell muss so aufgestellt werden, dass es den maximalen Gewinn auf der x-Achse aufweist.

Weiter Details zum Aufbau eines TANT-konformen NEC Modells sind im offiziellen TANT Manual nachzulesen







Welche Temperaturen für welches Band?


Korrigierte T-sky und T-earth - in Übereinstimmung mit VK3UM's EME Calc.

   Band      T_earth     T_sky
  50 MHz      3000 K     2200 K
 144 MHz      1000 K      250 K (200 K in der VE7BQH G/T Tabelle)
 222 MHz       600 K       70 K
 432 MHz       350 K       20 K
1296 MHz       290 K       10 K

Diese Werte sind entnommen aus "Notes on VHF/UHF Antenna G/T" - Dubus 2/12

Es ist verständlich, dass die Werte oben einen Satz von Mittelwerten repräsentieren, die es uns als standardisierte Werte erlauben, verschiedene Antennendesigns hinsichtilich ihrer Antennetemperatur und des G/T_ant zu vergleichen. Die echte T_earth am eigenen QTH kann davon sehr abweichen, obwohl diese Mttelwerte sorgfältig eingestellt sind. Wer eine für das eigene QTH gültige explizite "Echtweltanalyse" machen möchte, der muss die Rauschtemperatur am Boden selber messen und diese Werte benutzen.
Das Gleiche trifft für die gemittelte Temperatur des Himmels zu. Wer die Antenne auf ein bestimmtes Sternbild, die Michstraße oder die Sonne dreht wird eine ggf. sogar stark abweichende Temperatur sehen. Die gezeigten Himmelstemperaturn sind ein Durchschnittswert über die gesamte Hemisphäre, weil es der einzige Weg ist um Zahlen vervorzubringen, die uns ermöglichen, einen direkten Vergleich zweier Antennengruppen bezüglich Antennentemperatur und G/T her durchzuführen.







Y-Factor per Antennentemperatur

Hier geht es nicht darum, den Y-Faktor einer aktuellen Antenne oder RX-Systems mit der bekannten "hot / cold" Methode zu messen, sondern einen Überblick zu geben in wie weit das generalisierte Verhältnis T_earth / T_sky uns eine Richtschnur geben kann auf welche Parameter der Schwerpunkt bei einer Antennenentwicklung für welches Band gelegt werden sollte.

Als vereinfachtes Modell, ausreichend um die Gewichtung der Antennentemperatur als Kennwert für ein spezifisches Band zu beurteilen, können wir einen isotropen Strahler und das Verhältnis T_earth / T_sky für diese Frequenz. Das Strahlungsdiagramm des isotropen Strahlers sieht dabei den gleichen Betrag an Strahlungstemperatur von unterer Hemisphäre = T_earth und oberer Hemisphäre = T_sky.

Das einzige, was hier zu tun ist, ist das VErhältnis Y = T_hot / T_cold = T_earth / T_sky zu berechnen.

Beispiele

Y( 50 MHz) = 3000 K / 2200 K =  1.4
Y(144 MHz) = 1000 K /  250 K =  4.0
Y(432 MHz) =  350 K /   20 K = 17.5


Hieraus können wir eine Rückschluss ziehen, welchen Enfluss die Antennentemperatur auf welchem Band haben wird - mit andern Worten, wieviel Werte auf welchem Band auf die Ausrichtung des Designs auf niedrige Antennentemperatur und eine gutes F/B oder hohen Gewinn gelegt werden sollte.

Beispiele:

Auf 50 MHz ist der Y-Faktor nahe 1. Hier also "bedeutet die T_Antenne nichts" (L. H. Edwards) ... in der Theorie, wenn da nicht all das QRN und QRM wäre, was aber beim vereinfachten Konzept der Antennentemperatur außen vor bleibt.

Auf 144 MHz wird die T_ant dann recht bedeutsam, ein Y-Faktor = 4 (für einen Isotropen Strahler) ist eine bedeutsame Aussage.

Auf 432 MHz um so mehr, weil das grobe Konstrukt des Y-Faktors für den Isotropen Strahler hier 17,5 beträgt oder in etwa das vierfache von dem, was wir auf 144 MHz haben. Aufgrund des wesentlich höheren Y-Faktors hat die Antennentemperatur auf 432 MHz weit mehr Einfluss auf das Signal/Noise-Verhältnis am Antennenanschluss als auf 144 MHz.







Download von TANT als .zip Datei

TANT ist "Freeware". Es wird keinerlei Garantie gegeben, der Gebrauch von TANT geschieht auf eigenes Risko








TANT und 64 Bit Betriebssysteme? (win7 und höher) ?

64 Bit Betriebssysteme wie win7 bieten eien Anzahl von "Kompatibilitätsmodi" um DOS Anwendungen in der DOS Konsole lauff&ähig zu bekommen. Keiner von diesen arbeitet gut genug, um TANT oder ähnliche Software wirklich lauffähig zu machen. Um TANT auf einem 64 Bit Betriebssystem zu starten braucht es entweder eine Virtuelle Maschine, die winXP simuliert (wie VM Ware) oder den x86 Emulator der DOSBOS, Details finden sich hier (http://www.dosbox.com/wiki/Main_Page).




TANT im DOSBOX Emulator laufen lassen

Zuerst muss das Programm DOSBOX (www.dosbox.com) installiert werden. Das "Open Source" Projekt DOSBOX ist Freeware. Dann muss der Ordner, der TNAT enthält wie ie Laufwerk unter UNIX eingebunden werden. Von dort kann man dann TANT starten
Unten steht eine knappe Beschreibung wie TANT in der DOSBOX gestartet wird - tnx IZ2FLY!

DOSBOX prompt: ... man erinnere sich einiger lange vergessener DOS Befehle ... , hi

Der Ordner, der TANT.exe enthält soll beispielsweise "my_TANT" heißen.
Er liegt direkt auf Laufwerk c:

Wenn man DOSBOX startet wird es als ein zusätzliches Laufwerk erscheinen,
z.B. als "Z" in unserem Beispiel

(.) Prompt ist     Z:\ > _
(1) Eingabe von    mount c c:\my_TANT                                   & Return
(.) Prompt zeigt   Drive C is mounted as local directory c:\my_TANT
(.)                Z:\ > _
(2) Eingabe von    C:\                                                  & Return
(.) Prompt zeigt   C:\ > _
(3) Eingabe von    TANT.exe                                             & Return

... das sollte ausreichen, um TANT zu starten. Nun geht es wie üblich weiter.
Dass der Ordner "my_TANT" wie ein Laufwerk c: eingebunden werden muss fand ich etwas
merkwürdig. Aber so wird dann mit Wechsel auf c: der Ordner "my_TANT" geöffnet.

Einige eventuell hilfreiche alte DOS Befehle
(1) 'x:\'  & Return => Wechsel des Pfades zu Ordner oder Laufwerk x:
(1) 'cd..' & Return => Wechselt den Pfad einen Schritt abwärts
(2) 'dir'  & Return => Listet den Inhalt des aktuellen Pfad oder Ordners auf

Man kann sogar die autoexec.bat der DOSBOX über einene Klick mit der rechten Maustaste auf das Desktop Icon konfigurieren. Es öffnet sich ein Fenster mit den Eigenschaften der DOSBOX, hier kann man Kommandozeilen hinterlegen, die angeben was die DOSBOX beim Start ausführen soll. Im Prinzip kann hier die gleiche Prozedur wie oben angegeben stehen. Dann sollte die DOSBOX unser TANT automatisch starten.

Zur Beachtung: DOSBOX ist Freeware. Obwohl ich oben zeige, wie TANT in der DOSBOX aufgerufen wird übernehme ich keinerlei Garantie; die Benutzung der DOSBOX geschieht auf eigenes Risiko.


Hinweis: Die auf dieser Website genannten und gezeigten Logos, Bezeichnungen, Warenzeichen und Markennamen sind Eigentum der entsprechenden Firmen und unterliegen dem Markenrecht!






73, Hartmut, DG7YBN



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